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Langes Leben in Limone
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Limone am Gardasee, ein kleiner Ort in der Provinz von Brescia, mit 1000 Einwohnern am Westufer des Gardasees, ist vor kurzem dank des Proteins "des langen Lebens" im Blut einiger seiner Bewohner, wieder ins internationale Rampenlicht getreten.

Diese zwischen Bergen und See eingeschlossene Ortschaft war seit jeher ein von der Welt abgeschiedenen Grenzland.

Diese Isolation, zusammen mit einigen zufälligen sowie glücklichen Umständen hat das Entstehens des berühmten Elixiers im Blutseiner Bewohner bestimmt.

Die Geschichte der Entdeckung des Apolipoproteins A-1 Milano beginnt im Jahr 1979.

Ein aus Limone stammender Angestellter der Eisenbahngesellschaft, seit mehr als 20 Jahren wohnhaft in Mailand, wird im Krankenhaus zu Routineuntersuchungen stationär aufgenommen.

Die Ergebnisse der Untersuchungen verblüffen die Ärzte, da der Patient sowohl sehr hohe Cholesterinwerte als auch hohe Triglyzeridwerte aufweist, dies allerdings ohne wichtige klinische Symptomatik.

Weder in den Arterien noch am Herzen sind feststellbare Schäden nachweisbar.

Den Ärzten erscheint dies sehr seltsam, eigentlich unglaublich, und sie beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen. Im Blut des Patienten, seines Vaters und seiner Tochter entdecken sie ein anormales Protein, welches die Wissenschaftler Apolipoprotein A-1 Milano (dem Brauch nach wird dem Stoff der Namen der Stadt gegeben, in der er entdeckt wurde).

Was zählt, ist die Tatsache, dass sich dieses Protein im Blut dieser Menschen aus Limone sehr anormal, aber nützlich verhält. Mit großer Geschwindigkeit werden die Fette aus den Arterien transportiert und zur Leber  hingeführt, um von dort aus ausgeschieden zu werden, das ist eine außergewöhnlich effiziente Waffe gegen Arteriosklerose und Herzinfarkt.

Neugierig geworden forschen die Wissenschaftler verstärkt weiter; man will herausfinden, warum die genetische Mutation nur in Limone angetroffen wird und in wiefern Erb- und Umweltbedingungen einen Einfluss haben.

Allen Bewohner dieses Ortes wird Blut abgenommen, um Blutuntersuchungen fortzuführen

Das Resultat ist überraschend: eine beachtliche Anzahl von Menschen trägt dieses Gen in sich.  Man geht über zu Stammbaumforschungen der Genträger und dank des Archivs in der Kommune und der Kirche ist es möglich zu bestimmen, dass alle Genträger von einem einzigen Paar abstammen (Cristoforo Pomaroli und Rosa Giovanelli), das in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts geheiratet hat.

Das Auftreten des Proteins könnte also bis ins Jahr 1644 zurückgeführt werden.

Die Verbreitung des Gens beruht vermutlich auf den vielen Vermählungen zwischen Blutsverwandten, die für die Geschichte des Orts bis 1932 charakteristisch waren.

Im Jahr 1932 wurde die Gardesana-Straße mit ihren langen Tunneln in den Felsblöcken, wenige Meter vom See, (eine wahrhaftiges Meisterwerk des Ingenieurwesens zur damaligen Zeit) eröffnet. Dadurch wurde eine tausendjährige Isolierung aufgehoben, und die Welt und vor allem der Tourismus hatten Zugang zu Limone. Dank der wertvollen Mitarbeit der Bewohner von Limone, die zahlreichen Blutentnahmen zugestimmt haben, war es möglich, das A-1 Milano zu synthetisieren. In einige Bakterien wurde die Fähigkeit, das Protein zu reproduzieren, transferiert. Zu Beginn der 90ziger Jahre begannen die ersten Versuche mit Tieren: ihnen wurde das geklonte Protein injiziert und extrem positive Resultate konnten beobachtet werden, besonders eine bemerkenswerte Reduzierung der Plaques entlang der Arterienwände. Im November 2003 kommt die Nachricht aus den USA, dass eine Gruppe von Forschern, angeführt von Steven Nissen, das Protein in einem Versuchsmedikament reproduziert hat.  Dieses wurde 47 Personen, die unter schwerer Arteriosklerose litten, verabreicht. Nach 6 Wochen überraschende Erfolge: durchschnittlich war die Menge der Plaques um 4,2% reduziert. Es ist leicht zu erahnen, dass es sich um die wichtigste Entdeckung des Jahrzehnts handeln könnte und in Limone sind die Menschen stolz darauf sagen zu können, dass die Langlebigkeit in einem kleinen Ort am Gardasee ihren Anfang hat. Die genetische Besonderheit der Einwohner von Limone ist nicht nur ein Geschenk des Schicksals, sondern birgt höchstwahrscheinlich ihren Ursprung in den Umweltbedingungen und den Essgewohnheiten, die auf die einzigartige klimatische Situation und eine gesunde mediterrane Ernährung zurückgeführt werden können. Die Ernährung beruht auf Fischen aus dem See, Zitrusfrüchten und extra-nativem Olivenöl, heute noch traditionell hergestellt. Die Synthese des Proteins im Labor wird zur Produktion eines revolutionären Arzneimittels führen, das in der Lage sein wird, die schwersten kardiovaskulären Pathologien (in der Welt an erster Stelle als Todesursache) zu heilen. Damit  rückt Limone in den Mittelpunkt der Medieninteressen in der ganzen Welt. Zahlreiche Journalisten und Fernsehreporter haben begonnen, in den Gassen des Ortes zu drehen. Die Aufmerksamkeit wuchs im Monat Mai an, als die Kommune einen wichtigen internationalen Kongress der größten amerikanischen und europäischen Experten, verantwortlich für die Entwicklung der Heilung kardiovaskulärer Krankheiten durch Apolipoprotein A 1,beherbergt. Das Treffen ist eine Gelegenheit, sich über medizinische Fragen auszutauschen, aber auch um über die besondere Langlebigkeit der Bewohner von Limone, von denen ein hoher Prozentanteil ein Alter von 80 Jahren überschreitet, zu diskutieren.  Das Protein ist nicht das einzige Geschenk der Natur an diese glücklichen Bewohner, die Dank ihrer gesunden mediterranen Ernährung (reich an Seefisch, Öl und Zitrusfrüchten) und den günstigen und einzigartigen klimatischen Bedingungen (Limone ist nämlich der nördlichste Teil, in dem man Zitrusfrüchte antrifft) eine sehr hohe Lebenserwartung haben. Diese Geschenke werden heute, im Gegensatz zu früher, von den Einwohnern mit den Touristen, hauptsächlich Deutschen, die sich ohne es zu wissen, etwas Gutes tun, geteilt. Sie verbringen sorgenlose Ferien in diesem ruhigen touristischen Ort am Gardasee. Auch das Medizinteam von Professor Sirtori kehrt 2004 nach langen Jahren Abwesenheit in den Ort zurück, um die neugeborenen Kinder der Genträger zu analysieren. Während die Leute freundlich über die Rückkehr des Vampirs scherzen, entdeckt man, dass die Gruppe der Limoneser, die im Blut das wertvolle Protein A-1 Milano tragen, größer geworden ist. Zu den zirka 40 Glücklichen haben sich jetzt 8 Kinder gesellt, die somit die faszinierende Geschichte des Langlebigkeits-Elixiers, dem Protein A-1 Milano weiterleben lassen. Dank der geografischen Isolation konnte damals dieses Protein von Generation zu Generation weitergegeben werden, angefangen bei dem ersten Genträger-Ehepaar im Jahr 1700 bis hin zu den neuen jungen Menschen.










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